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Mindesteinkommen ausländischer Arbeitnehmer

Unter den in Thailand lebenden Ausländern hat sich der Zorn über die Erhöhung der Visagebühren um bis zu 400 Prozent längst nicht gelegt. Die Regierung hatte die neuen Immigration- und Visagebühren am 26. August in Kraft gesetzt. Inzwischen sind auch die Bestimmungen für die Erteilung einer Arbeitsgenehmigung geändert worden. Die Behörden verlangen ein höheres Mindestgehalt für ausländische Arbeitnehmer.

Während die Visagebühren fast 20 Jahre nicht erhöht wurden, haben sich die Bestimmungen für die Erteilung einer Arbeitsgenehmigung in den letzten Jahren bereits zum dritten Mal geändert. Als Begründung für die letzte Änderung erklärte das Arbeitsministerium ganz offen, man wolle es Ausländern erschweren, in Thailand zu arbeiten. "Die Änderungen haben auch das Ziel, es für Ausländer schwieriger zu machen, in Thailand zu arbeiten, es sei denn, sie sind wirklich qualifiziert und damit nützlich für das Land", betont Wirada Yuvaves, Leiter der Abteilung des Ministeriums, die die neuen Kriterien zur Erteilung einer Arbeitsgenehmigung festgesetzt hat.

Dabei war es noch nie leicht, in Thailand eine Daueraufenthaltsgenehmigung (Resident-Visum) zu erhalten. Die Einwanderungsbehörde akzeptiert in einem Jahr nur 100 Personen pro Nation. Die grösste Konkurrenz herrscht unter indischen Antragstellern.

Viele der rund 400.000 ausländischen Arbeitnehmer in Thailand, die ein Work Permit besitzen, betrachten die schärferen Regelungen als gegen sie gerichtete Offensive. "Thailand hat zu jeder Zeit Touristen willkommen geheissen, die nur für kurze Zeit ins Land kommen und ihr Geld hier ausgeben. Wenn aber ein Ausländer in diesem Land Wurzeln schlagen möchte, erhebt sich eine Mauer vor ihm", klagt ein Geschäftsmann.

Die Kosten für eine Daueraufenthaltsgenehmigung sind auf 191.400 Baht gestiegen; zuvor lagen sie bei 50.000 Baht. Ein Ausländer, der mit einer Thai verheiratet ist, oder jedes der unverheirateten Kinder unter 20 Jahren hat jetzt 95.700 Baht zu zahlen. Für Familien mit mehreren Kindern ist das eine Menge Geld.

Verglichen mit Geschäftsleuten mit relativ kleinen Firmen können grosse Unternehmen wesentlich leichter mit den Erhöhungen fertig werden. "Für diese Unternehmen sind die erhöhten Kosten für Non-Immigrant- und Re-Entry-Visa Betriebsausgaben und keine Überlegung wert, ob es sich noch lohnt, Geschäfte in Thailand zu machen", weiss ein Sprecher der Amerikanischen Handelskammer in Thailand. "Doch wir verstehen, dass es für manche Berufszweige, zum Beispiel nicht-staatliche Organisationen oder private Geschäftsleute eine Härte bedeutet."

Unter denen, die am meisten unter den erhöhten Kosten zu leiden haben, befinden sich Freiberufler wie Designer und Sprachlehrer. Die einzige Ausnahme bei der Erhöhung der Mindestgehälter betrifft Zeitungsjournalisten.

Thailand profitiere grundsätzlich von hier lebenden ausländischen Journalisten, und viele von ihnen würden nicht gut bezahlt, heisst es bei der Immigration. Von einem ausländischen Journalisten wird für die Erteilung einer Arbeitsgenehmigung nur ein Mindestgehalt von 20.000 Baht verlangt, während US-Amerikaner oder Kanadier, die in einem anderen Berufszweig tätig sind, mindestens 60.000 Baht nachweisen müssen. Von Europäern oder Australiern werden "nur" 50.000 Baht verlangt.

Erste allgemeine Schweizer Service- und Beratungsstelle in Bangkok, Thailand
Ihr "SWISS HELPING POINT" in Thailand
(nicht mit der CH-Botschaft assoziiert)