Seit dem 28. August 2026 gilt in Thailand eine neue Verordnung, die es den Behörden erlaubt, unliebsame Ausländerinnen und Ausländer deutlich schneller auszuschaffen. Wer bei uns schon länger mitliest weiss: Thailand schraubt seit einiger Zeit spürbar an seiner Einreise- und Aufenthaltspolitik. Diese Verschärfung reiht sich nahtlos ein – und wir bei Swiss Helping Point möchten Ihnen erklären, was dahintersteckt und worauf Sie achten sollten.
Keine neuen Gesetze, aber ein kürzerer Weg zur Tür
Die gute Nachricht zuerst: Die Verordnung erfindet keine neuen Verbote. Sie soll den Behörden lediglich helfen, bestehendes Recht schneller und koordinierter durchzusetzen. Betroffen sind vor allem klassische Fälle wie illegaler Aufenthalt, Schwarzarbeit, Dokumentenfälschung – aber eben auch Verhalten, das die „öffentliche Ordnung oder Moral“ verletzt. Und genau bei diesem letzten Punkt wird es interessant.
Tourismusminister Surasak Phancharoenworakul spricht von „Nulltoleranz“ gegenüber Reisenden, die sich nicht an Gesetze, die thailändische Bevölkerung oder die lokale Kultur halten. Wer auffällt, riskiert nicht nur die Ausschaffung, sondern kann auch auf einer schwarzen Liste landen – mit Einreisesperre. Eine automatische, lebenslange Sperre für jeden Fall sieht die offizielle Verordnung zwar nicht vor, trotzdem: Wer einmal auf dieser Liste steht, hat es in Zukunft schwer, wieder ins Land zu kommen.
Der Fall aus Phuket, der die Debatte lostrat
Wie ernst es die Behörden meinen, zeigt ein Vorfall im Mai in Patong: Ein spanischer und eine peruanische Touristin wurden wegen sexueller Handlungen in einem Tuk-Tuk gebüsst – die Immigration ordnete danach die Ausschaffung an und bereitete die Aufnahme in die Blacklist vor. Die Regierung bezeichnete das Verhalten ausdrücklich als Verstoss gegen die „gute Moral“ und thailändische Sitten. Auch ein Drohfall auf Koh Samui im August, bei dem einem Touristen wegen Drohungen gegen einen Tierpark-Betreiber das Visum entzogen wurde, zeigt: Die Behörden reagieren inzwischen deutlich rascher als früher.
Was heisst "die thailändische Kultur respektieren" eigentlich?
Hier liegt der Knackpunkt – und ehrlich gesagt auch unsere grösste Sorge für Sie als Auswanderer oder Langzeitgast. Die Verordnung spricht von Verhalten, das die öffentliche Ordnung, die „gute Moral“ oder das öffentliche Wohl verletzt. Die Regierung fasst darunter politisch auch die „Missachtung der thailändischen Kultur“. Was konkret darunterfällt, ist nicht klar definiert – das gibt den Behörden einen weiten Ermessensspielraum. Für Sie bedeutet das: Im Zweifel lieber einmal zu vorsichtig als zu lässig auftreten.
Was wir Ihnen bei Swiss Helping Point empfehlen
Diese Entwicklung ist kein Grund zur Panik, aber ein guter Anlass, ein paar Dinge im Hinterkopf zu behalten:
- Papiere immer sauber halten. Visum, Verlängerungen, 90-Tage-Meldungen – alles fristgerecht und korrekt. Genau dabei unterstützen wir Sie seit über 25 Jahren.
- Öffentliches Verhalten überdenken. Was zuhause vielleicht als Kavaliersdelikt durchgeht, kann hier ernste Folgen haben. Zurückhaltung zahlt sich aus.
- Bei Unsicherheiten frühzeitig Rat holen. Ob es um eine Verwarnung, eine unklare Situation mit den Behörden oder eine bevorstehende Ausreise geht – melden Sie sich bei uns, bevor aus einer Kleinigkeit ein grosses Problem wird.
Thailand bleibt ein wunderbares Land zum Leben und Reisen – die neuen Regeln richten sich klar gegen Fehlverhalten, nicht gegen den durchschnittlichen Auswanderer, der sich an die Spielregeln hält. Trotzdem lohnt es sich, informiert zu bleiben. Wir behalten die Entwicklung für Sie im Auge und melden uns, sobald es Neues gibt.
Fragen zu Ihrem Aufenthaltsstatus, Visum oder einer aktuellen Situation? Swiss Helping Point ist für Sie da – in Bangkok und aus der Ferne.