Zurück auf 30 Tage: Thailand kippt die grosszügige Visa-Befreiung
Es war ein grosses Versprechen an den globalen Tourismus: Seit November 2024 durften Staatsangehörige aus rund 93 Ländern – darunter die Schweiz, Deutschland, Österreich und die meisten westlichen Industrienationen – visumsfrei für ganze 60 Tage nach Thailand einreisen. Keine Behördengänge, kein Antragsformular, kein Wartezimmer in der Botschaft. Einfach einreisen, Stempel, fertig. Jetzt ist damit wieder Schluss. Die thailändische Regierung hat mit die visumfreie Aufenthaltsdauer für die betroffenen Länder wieder auf 30 Tage reduziert.
Was genau hat sich geändert?
Die Änderung ist so simpel wie folgenreich: Wer bisher mit einem westeuropäischen Pass visumsfrei nach Thailand eingereist ist und 60 Tage Zeit hatte, den Alltag zwischen Strand, Tempel und Streetfood zu geniessen, muss sich ab sofort wieder mit 30 Tagen begnügen. Eine Verlängerung um weitere 30 Tage bleibt – wie bisher – beim Einwanderungsamt möglich, ist aber kostenpflichtig, mit bürokratischem Aufwand verbunden und nicht garantiert. Wer länger bleiben möchte, braucht ein reguläres Visum.
Einreisestempel an Land-, See- und Luftgrenzen sind von der Neuregelung gleichermassen betroffen. Die Änderung gilt ab dem heutigen Tag für alle Neueinreisen; laufende Aufenthalte, die auf Basis der 60-Tage-Regel begonnen wurden, sind nicht rückwirkend betroffen.
Warum macht Thailand diesen Rückzieher?
Die offizielle Begründung der Regierung dreht sich um mehrere Punkte, die in den vergangenen Monaten zunehmend in den Fokus gerückt sind.
Erstens die Overstay-Problematik: Mit der Ausweitung auf 60 Tage ist auch die Zahl der Reisenden gestiegen, die ihren Aufenthalt stillschweigend verlängern, ohne ein reguläres Visum zu beantragen. Laut Einwanderungsbehörde hat sich die Zahl der registrierten Overstays in bestimmten Kategorien seit der Einführung der 60-Tage-Regelung merklich erhöht.
Zweitens wirtschaftliche Überlegungen: Thailand hat eine klare Strategie, sich als Ziel für wohlhabendere Reisende zu positionieren. Kurzaufenthalte von Budgetreisenden, die 60 Tage lang primär in Guesthouses nächtigen und günstig kochen, entsprechen nicht dem touristischen Profil, das die Regierung anstrebt. Wer wirklich länger bleiben möchte, soll das auch formal korrekt tun – mit einem entsprechenden Visum und den dazugehörigen Nachweisen.
Drittens spielen bilaterale Überlegungen eine Rolle: Die Visa-Befreiungen sind keine Einbahnstrassen. Mehrere Länder, die von der 60-Tage-Regelung profitierten, haben ihrerseits keine vergleichbare Grosszügigkeit gegenüber Thai-Reisenden gezeigt. Vor diesem Hintergrund erscheint die Rückkehr zur 30-Tage-Regel auch als diplomatisches Signal.
Was bedeutet das für Touristen?
Für die Mehrheit der klassischen Urlauber ändert sich in der Praxis wenig. Wer für zwei bis drei Wochen nach Bangkok, Chiang Mai oder auf eine der südlichen Inseln reist, bleibt klar im 30-Tage-Fenster. Der klassische Strandurlaub, der Kulturrundtrip oder der Städtebesuch in der Hauptstadt sind problemlos möglich.
Schwieriger wird es für drei Gruppen:
Digitale Nomaden und Remote-Worker, die Thailand als temporären Arbeitsstandort nutzen, müssen umdenken. 30 Tage reichen für einen produktiven Aufenthalt kaum aus, wenn man erst ankommt, sich einrichtet und anschliessend wieder packt. Für diese Gruppe ist nun das DTV-Visum («Destination Thailand Visa») der optimale Weg.
Wintersaisoniers und sogenannte «Snowbirds», also ältere Reisende aus der Schweiz, Deutschland oder Österreich, die den europäischen Winter traditionell in Thailand verbringen, stehen vor einer echten Herausforderung. Ein Aufenthalt von zwei bis drei Monaten ohne reguläres Visum ist jetzt schlicht nicht mehr möglich.
Rentnerinnen und Rentner, die Thailand als dauerhaften oder saisonalen Wohnsitz ins Auge fassen, werden ohnehin früher oder später ein Longstay O-A in Betracht ziehen müssen. Dies ist für Auswanderer, abgesehen vom LTR-Visum mit etwas höheren Anforderungen, der Gold-Standard.
Die Lösung: Richtig vorbereitet einreisen
Wer mehr als 30 Tage in Thailand bleiben möchte – sei es als Tourist, als Rentner oder als Langzeitaufenthalter – sollte sich nicht auf Grenzübertritte («Border Runs») oder improvisierte Verlängerungsanträge verlassen. Die thailändischen Einwanderungsbehörden schauen heute genauer hin als noch vor einigen Monaten und verweigern nicht selten die Einreise, wenn Sie einen Border Run erkennen.
Der sauberste und stressfreieste Weg ist ein reguläres Visum – beantragt vor der Einreise, korrekt dokumentiert, mit klaren Aufenthaltsperspektiven. Das gilt für das klassische Touristenvisum (TR), das einen Aufenthalt von 60 Tagen mit Verlängerungsoption ermöglicht, ebenso wie für das Retirement Visa (Longstay O-A), das für Personen ab 50 Jahren unter bestimmten finanziellen Voraussetzungen ausgestellt wird.
Der Königsweg ist und bleibt das LTR-Visum, auch wenn dies an höhere Anforderungen an den Antragsteller geknüpft ist.
Swiss Helping Point Bangkok – für alle, die Hilfe brauchen
Wer sich länger in Thailand für den Ruhestand niederlassen möchte, kennt die Tücken des thailändischen Behördenalltags. Formulare in Thai, unklare Anforderungen, wechselnde Zuständigkeiten – das kostet Zeit und Nerven.
Swiss Helping Point Bangkok unterstützt Schweizer und deutschsprachige Expats, Touristen und Rentner bei der Beschaffung der richtigen Visa. Egal ob Touristenvisum für einen verlängerten Aufenthalt oder Retirement Visa für den wohlverdienten Lebensabend in der Wärme – das Team kennt die Abläufe, die Dokumente und die richtigen Ansprechpartner. So wird aus dem bürokratischen Hindernislauf ein überschaubarer Prozess.